Mit offenen Augen durch Bad Sobernheim
Weltgästeführertag 2026 – ein Nachmittag voller Entdeckungen
Rund 60 Menschen haben am gestrigen Sonntag dem Wetter getrotzt und sind mit uns auf Entdeckungstour gegangen – mit offenen Augen durch Bad Sobernheim.
Was auf den ersten Blick vertraut erscheint, wurde an diesem Nachmittag neu betrachtet. Genau das war unser Anliegen zum Weltgästeführertag 2026: nicht möglichst viele Daten und Fakten zu vermitteln, sondern den Blick zu schärfen. Für Details. Für Zeichen. Für kleine Spuren im Stadtbild, die oft übersehen werden – und doch große Geschichten erzählen.
Vom Marktplatz bis zum Priorhof
Der Auftakt fand – wie könnte es anders sein – auf dem Marktplatz statt. Von dort aus machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu rund zehn ausgewählten Stationen.
Wir betrachteten das historische Wappen am Rathaus und sprachen darüber, wie politische Zugehörigkeit sich in Stein einschreibt. Wir entdeckten Inschriften, die mit wenigen Worten ganze Glaubensbewegungen widerspiegeln. Wir blieben stehen vor einem geschnitzten Wegweiser, der vom Aufbruch und von neuen Zeiten erzählt. Wir sahen Zunftzeichen, Bauinschriften, Chronogramme – und schließlich die Inschrift am dreiseitigen Erker des Priorhofs, die unseren Rundgang beschloss.
Immer wieder zeigte sich: Wer genauer hinschaut, erkennt mehr. Und wer innehält, entdeckt Zusammenhänge, die im Alltag oft verborgen bleiben.
Geschichte lebt vom Erzählen – und vom Zuhören
Diese Führung war – wie jedes Jahr – eine echte Teamleistung.
Die Stadtführungen sind im Heimatmuseum verankert und werden von engagierten Ehrenamtlichen getragen. Auch in diesem Jahr haben mehrere Mitwirkende einzelne Stationen übernommen und ihre persönliche Perspektive eingebracht. Ein herzliches Dankeschön gilt Petra Schröder, Erika Müller, Alois Bruckmeier, Hermann Zauner und Gernot Schauß.
Ein besonderer Dank geht an Gernot Schauß, der die Stationen für diesen Weltgästeführertag ausgewählt und zusammengestellt hat. Seine Idee, den Fokus ganz bewusst auf kleine Details zu legen, hat diesem Nachmittag eine besondere Tiefe gegeben.
Was diese Führung so besonders machte, war jedoch nicht nur das Wissen – sondern der Austausch. Fragen wurden gestellt, Erinnerungen geteilt, Beobachtungen ergänzt. Geschichte entstand im Gespräch.
Ein geselliger Ausklang im Priorhof
Am Ende des Rundgangs kamen wir im Priorhof zusammen. Die Freunde des Heimatmuseums luden zu einem kleinen geselligen Ausklang ein – und viele blieben noch. Bei einem Getränk wurde weiter diskutiert, gelacht und nachgedacht.
Es sind genau diese Momente, die zeigen, was Kulturarbeit im Ehrenamt bewirken kann: Begegnung, Verbundenheit, gemeinsames Entdecken.
Mitmachen erwünscht
Der Weltgästeführertag ist für uns jedes Jahr ein besonderer Anlass – aber er ist nur ein Teil dessen, was im und rund um das Heimatmuseum Bad Sobernheim geschieht.
Wer Lust bekommen hat, selbst eine Station zu übernehmen, sich als Stadtführer:in einzubringen oder im Museum mitzugestalten, ist herzlich willkommen. Unsere Arbeit lebt vom Engagement vieler – und wir freuen uns über jede und jeden, der mitmachen möchte.
Mit offenen Augen durch Bad Sobernheim zu gehen, heißt auch: Verantwortung für die eigene Stadt zu übernehmen.
Danke an alle, die dabei waren.
Danke an unser ehrenamtliches Team.
Und vielleicht bis bald – bei einer nächsten Führung oder im Priorhof.