Emanuel Felke lebendig erzählt – ein besonderer Nachmittag in der Seniorenresidenz Felkebad
Manchmal sind es genau diese Nachmittage, die zeigen, was Museumsarbeit im besten Sinne sein kann: Geschichte wird lebendig, Menschen kommen miteinander ins Gespräch, Erinnerungen werden wach – und aus historischem Wissen wird ein gemeinsames Erlebnis.
So war es auch bei unserem Felke-Nachmittag in der Seniorenresidenz, der auf große Resonanz stieß: Rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz sowie zahlreiche weitere Interessierte von außerhalb waren gekommen, um mehr über Emanuel Felke (1856-1926), sein Leben und Wirken und vor allem über seine Heilmethode zu erfahren.
Museumsleiterin Anke Wiechert nahm das Publikum mit auf eine kurzweilige Reise in die Zeit des berühmten „Lehmpastors“. Im Mittelpunkt standen nicht nur die wichtigsten Lebensstationen Emanuel Felkes, sondern vor allem die Geschichten hinter der historischen Persönlichkeit:
Wie wurde aus dem Pfarrer ein Naturheilkundiger?
Wie kam Felke nach Bad Sobernheim?
Und warum prägt sein Wirken unsere Stadt bis heute so nachhaltig?
Mit viel Anschaulichkeit, kleinen Anekdoten und historischen Einblicken wurde deutlich, dass Emanuel Felke weit mehr war als nur eine bekannte Figur der Kurgeschichte. Er war ein Mensch mit Haltung, mit Ecken und Kanten, mit Überzeugungskraft – und mit einer Idee vom Leben, die in vielerlei Hinsicht bis heute erstaunlich aktuell wirkt.
Besonders schön: Der Vortrag wurde am Ende auf ganz besondere Weise ergänzt.
Das Ehrenamtsteam des Heimatmuseums brachte mit einem liebevoll inszenierten kleinen Felke-Sketch noch einmal eine ganz eigene Form der Geschichtsvermittlung auf die Bühne. In der Szene holte der Sobernheimer „Taxiunternehmer“ Gertenheyer mit seinem Leiterwagen einen Kurgast am Bahnhof ab und brachte ihn – ganz im Stil der damaligen Zeit – gemeinsam mit weiteren Gästen zur morgendlichen Gymnastik in den Luftbadepark des Kurhauses Dhonau. Mit viel Charme, Humor und Spielfreude sorgte dieser Abschluss für zahlreiche lachende Gesichter und zeigte eindrucksvoll, wie lebendig lokale Geschichte vermittelt werden kann.
Gerade solche Momente machen deutlich, wie vielfältig unsere Arbeit im Heimatmuseum ist.
Es geht nicht nur darum, Objekte zu bewahren oder Wissen zu sammeln. Es geht darum, Inhalte aus dem Museum zu den Menschen zu bringen, Interesse zu wecken, Geschichten zu erzählen und kulturelles Erbe so zu vermitteln, dass es berührt, verbindet und Freude macht.
Dass dies gerade im Austausch mit älteren Menschen so wertvoll ist, hat dieser Nachmittag auf besondere Weise gezeigt. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer waren mit großer Aufmerksamkeit dabei, erinnerten sich an eigene Erzählungen rund um Felke oder entdeckten Bekanntes noch einmal neu.
Und genau darin liegt für uns eine große Stärke und Freude unserer Museumsarbeit:
Museum findet nicht nur im Museum statt.
Es kann auch dort lebendig werden, wo Menschen zusammenkommen, zuhören, mitdenken, lachen und sich einbringen.
Ein ganz besonderer Dank gilt deshalb auch unserem engagierten Ehrenamtsteam, das mit Ideen, Zeit, Kreativität und Herzblut immer wieder dazu beiträgt, unsere Themen auf so besondere Weise in die Stadtgesellschaft zu tragen. Gerade solche Formate zeigen, wie bereichernd und vielseitig ehrenamtliches Engagement im Heimatmuseum sein kann – ob bei Führungen, Veranstaltungen, kleinen Spielszenen oder ganz neuen Vermittlungsideen.
Im Jahr 2026, dem 100. Todesjahr Emanuel Felkes, wird uns der berühmte Lehmpastor in unserer Arbeit noch vielfach begleiten. Umso schöner ist es, wenn seine Geschichte nicht nur in Büchern und Archiven bewahrt wird, sondern dort lebendig bleibt, wo sie hingehört: mitten unter den Menschen.
Wir bedanken uns herzlich bei der Seniorenresidenz für die Einladung, die freundliche Atmosphäre und die schönen Bilder dieses gelungenen Nachmittags – und freuen uns schon jetzt auf weitere Begegnungen.