Unser Selbstverständnis
Das Heimatmuseum Bad Sobernheim versteht sich als ein offener, lebendiger Ort für die Stadtgesellschaft – ein Ort, an dem Geschichte, Gegenwart und Zukunft miteinander ins Gespräch kommen.
Beheimatet im Priorhof, dem ältesten profanen Gebäude der Stadt, wirkt das Museum an einem Ort, der seit mehr als 450 Jahren Wandel erlebt hat: Zeiten des Aufbruchs und der Krise, des Zusammenhalts und der Spaltung, des Umbruchs und des Neubeginns. Diese Geschichte prägt unser Selbstverständnis bis heute.
Wir verstehen Museumsarbeit nicht als bloßes Bewahren von Vergangenheit.
Für uns ist Geschichte kein abgeschlossener Raum, sondern ein Spiegel: Was war, wirkt in das Heute hinein – und beeinflusst, wie wir Zukunft gestalten. Deshalb begreifen wir Museumsarbeit als einen Prozess der Auseinandersetzung: mit lokaler Geschichte, mit biografischen Erfahrungen, mit Brüchen, Konflikten und offenen Fragen.
Das Heimatmuseum versteht Neutralität nicht als Gleichgültigkeit.
Als kulturelle Einrichtung steht es für Respekt, Menschenwürde, Vielfalt und die Überzeugung, dass eine demokratische Gesellschaft vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven lebt. Wir arbeiten überparteilich – nicht als Ort parteipolitischer Positionierung, sondern als Raum für kulturelle Bildung, offenen Dialog und verantwortungsvolle Auseinandersetzung.
Das Heimatmuseum Bad Sobernheim möchte ein Ort sein,
an dem Dialog möglich ist,
an dem unterschiedliche Meinungen nebeneinander bestehen dürfen,
an dem kontroverse Themen sachlich, respektvoll und ohne Ausgrenzung verhandelt werden können,
und an dem Menschen eingeladen sind, ihre Perspektiven einzubringen.
Partizipation und Teilhabe sind für uns keine Schlagworte, sondern Grundprinzipien.
Wir sind überzeugt: Stadtgeschichte gehört nicht wenigen, sondern vielen. Sie entsteht aus Erinnerungen, Objekten, Erzählungen und Erfahrungen – und gewinnt an Tiefe, wenn Menschen aktiv an ihrer Aufarbeitung beteiligt sind.
Diese Haltung prägt unsere Arbeit, unsere Ausstellungen, unsere Bildungsangebote und unsere Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, Kooperationspartnern und der Stadtgesellschaft. Das Heimatmuseum lebt vom Engagement vieler Menschen: vom Förderverein, von einer aktiven Ehrenamtsgruppe, von Stadtführerinnen und Stadtführern, von Bildungs- und Vermittlungsformaten, von inklusiver Zusammenarbeit und von allen, die bereit sind, ihre Perspektiven, Erinnerungen und Ideen einzubringen.
Mit unserem Leitgedanken „Fokus Felkestadt – gestern, heute, morgen“ verstehen wir das Museum als einen Ort, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet und Zukunft mitgestalten möchte. Heimat ist für uns nichts Starres. Heimat entsteht im Erzählen, im Erinnern, im Fragen, im Mitmachen – und im gemeinsamen Weiterdenken.
Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Zuspitzung und Gegensätzen geprägt sind, sehen wir Museen in einer besonderen Verantwortung. Als kulturelle Institution tragen wir dazu bei, demokratische Werte erfahrbar zu machen: durch Bildung, durch Begegnung und durch das Aushalten von Vielfalt.
Das Heimatmuseum Bad Sobernheim will ein Haltepunkt sein.
Ein Ort, an dem man sich begegnet, zuhört, widerspricht und weiterdenkt.
Ein Ort, der nicht trennt, sondern verbindet – ohne Unterschiede zu nivellieren.
Ein Ort, der Raum bietet für gemeinsames Nachdenken über das, was war, was ist und was werden kann.
Das Museum ist kein fertiger Ort.
Es ist ein gemeinsamer Prozess